Seit mehreren Jahren arbeite ich in drei Techniken: monochrome Tuschegrafik auf Papier, Acrylmalerei auf Leinwand und Holz sowie Collage. Lange Zeit dachte ich, dass dies drei unterschiedliche Linien meines künstlerischen Schaffens sind. Mit der Zeit habe ich verstanden, dass sie eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig ergänzen.
In meiner Grafik beschäftige ich mich häufig mit aktuellen Themen und konkreten historischen Ereignissen. Ich erzähle vom Krieg, von Gewalt, von der Verletzlichkeit des Menschen und von dem, was hier und jetzt geschieht.
Dieser Bruch, dieses Gefühl innerer Entfremdung, wird zu einem meiner Themen. Die Schwarz-Weiß-Grafik ist für mich ein Tagebuch meines inneren Erlebens.
In der Arbeit mit Acryl scheint es, als würde ich mich der Gegenwart entziehen. Ich suche nach einem verlorenen Paradies – meinem eigenen und einem universellen. Ich entwickle fantastische Szenarien und beziehe mich auf Literatur, die Bibel, Mythen und Symbole. Dabei spielt die Farbe für mich eine besondere Rolle. Das Bedürfnis nach Farbe entsteht immer wieder nach einer langen Auseinandersetzung mit schweren Themen in Schwarz und Weiß.
Ich muss mein Gefühl von Welt neu zusammensetzen und mein inneres Gleichgewicht wiederfinden. Auf diese Weise entstand vor einigen Jahren die Serie „Papier statt Steine“.
Auf den ersten Blick erinnern diese Arbeiten an Mosaike aus Stein. Doch jedes Fragment ist von Hand aus Papier geschnitten. Meist ist es Papier, das bereits ein Leben hinter sich hat: alte Bücher, Zeitschriften und Verpackungsmaterialien. Für mich ist es wichtig, diesen Dingen ein neues Leben zu geben – etwas Neues aus den Überresten menschlicher Tätigkeit entstehen zu lassen.
Im Arbeitsprozess verbinde ich Tausende einzelne Fragmente und schaffe daraus ein neues Ganzes, einen neuen Kontext.
Warum gerade Papier? Papier ist ein Träger von Erinnerung. Und Erinnerung besteht immer aus einzelnen Bruchstücken und Fragmenten.
Die Papiermosaik ist für mich ein Bild der Erinnerung und zugleich ihre visuelle Form.
Vor einem Jahr hörte ich ein Interview mit Boris Chersonski, in dem er über die antike römische Mosaikkunst als einen der erfolgreichsten Versuche der Kunst sprach, eine zerbrochene Welt wieder zusammenzufügen. Dieser Gedanke stimmte auf erstaunliche Weise mit dem überein, woran ich bereits lange gearbeitet hatte. Er half mir, meine eigene künstlerische Praxis klarer zu verstehen.
„Die zerbrochene Welt“ ist ein symbolisches Porträt unserer Zeit, das ich in meinen Mosaikcollagen erschaffe. Einer Zeit, für die Fragmentierung und „Pixelhaftigkeit“ zur Normalität geworden sind.
In all meinen Arbeiten wiederholen sich bestimmte Symbole: Fenster, Kirchenfenster, Augen, Tiere und Insekten.
Das Fenster ist für mich eine Grenze zwischen dem äußeren und dem inneren Zustand, ein Übergang zwischen verschiedenen Welten.
Auch die Augen sind eine Art Fenster. Sie ermöglichen den Blick in die innere Welt. Ich stelle häufig menschliche Augen in Tieren dar, weil Tiere und Insekten in meinen Arbeiten Symbole und Träger innerer Weisheit und äußerer Schönheit sind und keine naturalistischen Abbildungen.
Das Mosaikbild selbst ist für mich wie ein Portal – ein Übergang in eine andere Welt. Diesen Gedanken verstärke ich durch das Motiv des Bildes im Bild.
Ich fühle mich zu den leuchtenden, gesättigten Farben von Ikonen, alten Buchillustrationen, Fresken und Kirchenfenstern hingezogen, ebenso wie zur Ästhetik der Präraffaeliten mit ihrer Liebe zum Mittelalter, zu Symbolen und zur Harmonie. Durch Farbe, Form und wiederkehrende Bilder versuche ich immer wieder, einzelne Fragmente miteinander zu verbinden. Dabei arbeite ich an der Grenze zwischen Archivierung und einer Art Utopie.
Ich versuche, die „zerbrochene Welt“ zumindest auf der Ebene einer Idee wiederherzustellen. Natürlich ist es unmöglich, das Zerstörte wieder zusammenzusetzen. Aber aus den Fragmenten kann etwas Neues entstehen. Es entsteht ein neues Gefühl von Ganzheit, ein Zusammenfügen von Fragmenten, eine Verbindung verschiedener Welten.
Der Mensch ist zur Erneuerung bestimmt. Darin liegt für mich der Sinn der Kunst.
CV
Ausgewählte Einzelausstellungen
* 2025 – Ukraine. Krieg. Herznah, Auslandsgesellschaft, Dortmund, Deutschland
* 2025 – (K)ein Themenwechsel?, Volkshochschule, Dortmund, Deutschland
* 2024 – Aus der Asche auferstanden, Jüdische Gemeinde Offenbach am Main, Offenbach am Main, Deutschland
* 2024 – Papier statt Steine, Kulturbahnhof Hiltrup, Münster, Deutschland
* 2024 – Aus der Asche auferstanden, Jüdische Gemeinde Köln, Köln, Deutschland
* 2024 – Ukraine. Krieg. Herznah, Rathaus Altona, Hamburg, Deutschland
* 2023 – Aus der Asche auferstanden, St. Petri Kirche, veranstaltet von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dortmund, Dortmund, Deutschland
* 2023 – Ukraine. Krieg. Herznah, Bürgerhaus, Castrop-Rauxel, Deutschland
* 2023 – Traumfarben, Rathaus, Fröndenberg/Ruhr, Deutschland
* 2023 – Tagebuch der Gefühle, Volkshochschule, Dortmund, Deutschland
* 2022 – Ukraine. Krieg. Herznah, Rathaus, Gevelsberg, Deutschland
* 2022 – Aus der Asche auferstanden, Jüdische Gemeinde Dortmund, Dortmund, Deutschland
* 2021 – Einzelausstellung, Althoffblock Nachbarschaftszentrum, Dortmund, Deutschland
* 2020 – Durch die Augen einer Frau (Doppelausstellung), Rathaus, Schwerte, Deutschland
Ausgewählte jurierte Gruppenausstellungen
* 2026 – Elefant im Porzellanladen, Villa Artis, Mülheim an der Ruhr, Deutschland
* 2026 – Form Art, Bürgerhaus, Glinde (Hamburg), Deutschland
* 2026 – Erna-Suhrborg-Preis – Ausstellung, Städtisches Museum Wesel, Wesel, Deutschland
* 2025 – Die Neuen, Künstleratelier Westfalenhütte, Dortmund, Deutschland
* 2025 – Der Auftakt, Kokerei Hansa, Dortmund, Deutschland
* 2025 – Hoffnungslicht und Zuversicht, Kinderpalliativzentrum, Datteln, Deutschland
* 2025 – Open Wall, Bürgerhaus, Münster, Deutschland
* 2025 – Menschwerk, ELB-Schliff Halle, Babenhausen, Deutschland
* 2024 – Hoffnung und Zuversicht, Volkshochschule, Dortmund, Deutschland
* 2024 – Träume, Dortmunder Kreativzentrum, Dortmund, Deutschland
* 2024 – The Art Salon 2024 (Online-Ausstellung), München, Deutschland
* 2024 – Menschwerk, ELB-Schliff Halle, Babenhausen, Deutschland
* 2024 – Form Art, Bürgerhaus, Glinde (Hamburg), Deutschland
* 2023 – Grenzgänge, M Beck Galerie, Homburg/Saar, Deutschland
* 2023 – Form Art, Bürgerhaus, Glinde (Hamburg), Deutschland
* 2022 – Form Art, Bürgerhaus, Glinde (Hamburg), Deutschland
* 2022 – Kein Kinderspiel, Dörken Galerie, Herdecke, Deutschland
* 2021 – Was bleibt, Forum für Kunst, Heidelberg, Deutschland
* 2020 – Springen, Biennale Blau, Dießen am Ammersee, Deutschland
* 2020 – Art Room Gallery, Düsseldorf, Deutschland
Kuratierte Ausstellung
* 2025 – Cux Paper Art, kuratiert von Marie Schirrmacher-Meitz, Schloss Ritzebüttel, Cuxhaven, Deutschland
Kunstmessen
* 2026 – CUX ART, Cuxhaven, Deutschland
* 2025 – Kunstmesse Franken, Deutschland
Sonderprojekte
* 2026 – Offene Ateliers, Dortmund, Deutschland
* 2024 – Offene Ateliers, Dortmund, Deutschland
* 2023 – Kulturmeile, städtisches Kulturprogramm, Dortmund, Deutschland
* 2022 – Offene Ateliers, Dortmund, Deutschland
Auszeichnungen, Nominierungen und besondere Anerkennungen
* 2026 – Aufnahme in das Kulturprogramm des Zentralrats der Juden in Deutschland
* 2026 – Nominierung für den Erna-Suhrborg-Preis
* 2023 – Aufnahme in das Kulturprogramm des Zentralrats der Juden in Deutschland
* 2023 – Shortlist für den Kunstpreis der Künstlergilde
Sammlungen
Werke der Künstlerin befinden sich in Privatsammlungen in Deutschland.

